
Wenn ein Elektromotor über einen Keilriemen oder Flachriemen eine andere Welle antreibt, ändert sich die Drehzahl je nachdem wie groß die beiden Riemenscheiben sind. Die Formel ist einfach:
n₂ = n₁ × d₁ / d₂
- n₁ = Drehzahl Antrieb (am Motor) in 1/min
- n₂ = Drehzahl Abtrieb in 1/min
- d₁ = Durchmesser der Antriebsscheibe in mm
- d₂ = Durchmesser der Abtriebsscheibe in mm
Praxis-Beispiel
Ein Elektromotor läuft mit 1450 Umdrehungen pro Minute und hat eine Riemenscheibe mit 100 mm Durchmesser. Diese treibt eine zweite Riemenscheibe mit 200 mm Durchmesser an. Welche Drehzahl kommt hinten raus?
n₂ = 1450 × 100 / 200 = 725 1/min
Die Abtriebswelle dreht sich nur halb so schnell wie der Motor – aber liefert das doppelte Drehmoment. Das ist die übliche Untersetzung: weniger Drehzahl, mehr Kraft.
Drehzahl erhöhen oder verringern?
- Drehzahl verringern (Untersetzung): kleine Scheibe am Antrieb, große Scheibe am Abtrieb. Beispiel 100 mm → 200 mm = halbe Drehzahl, doppeltes Moment.
- Drehzahl erhöhen (Übersetzung ins Schnelle): große Scheibe am Antrieb, kleine am Abtrieb. Beispiel 200 mm → 100 mm = doppelte Drehzahl, halbes Moment.
- Drehzahl gleich (1:1): beide gleich groß. Selten sinnvoll, außer als reiner Riementrieb zur Krafttrennung oder Achsversatz-Überbrückung.
Praxis-Tipp: Bei Keilriemen rechnest du mit dem Wirkdurchmesser (mittlerer Lauf-Durchmesser im Riemenbett), nicht mit dem Außendurchmesser. Bei Zahnriemen mit der Zähnezahl – das ist exakter, weil kein Schlupf möglich ist.
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