
Es passiert gern beim Staubsaugen, beim Möbel-Verrücken oder einfach mit den Jahren: man zieht den Stecker, und die ganze Steckdose kommt mit raus. Oder der Lichtschalter sitzt seit Wochen schief in der Wand und wackelt bei jedem Druck. Beides ist kein Fall für den Elektriker, sondern eine Sache von 10 bis 15 Minuten – wenn man die richtigen Handgriffe kennt.
Im Video zeige ich genau, wie das geht. Hier in Schriftform die Anleitung dazu.
Sicherheit zuerst: Bevor du irgendetwas an einer Steckdose oder einem Schalter machst, muss der Strom aus sein. Sicherung im Sicherungskasten ausschalten, Spannungsprüfer ansetzen, sicher gehen, dass wirklich keine Spannung mehr anliegt. Wer das überspringt, riskiert einen Stromschlag – egal wie kurz die Reparatur ist.
Warum sich Steckdosen lösen
Steckdosen und Schalter sitzen in einer Unterputzdose – einer kleinen Plastik- oder Metalldose, die in der Wand eingelassen ist. Befestigt werden sie auf eine von zwei Arten:
- Mit zwei Krallen, die seitlich nach außen gespreizt werden und sich am Innenrand der Dose verspreizen
- Mit zwei Schrauben, die in vorhandene Gewindelöcher der Dose eindrehen
Bei alten Wänden – Putz wird brüchig, die Dose selbst lockert sich aus dem Mauerwerk – haken die Krallen nicht mehr richtig. Bei neueren Hohlraumdosen (Trockenbau, Rigipswand) sind oft nur Schrauben vorgesehen, und wenn das Gewinde ausgerissen ist, hält da nichts mehr von alleine.
Schritt 1 – Strom aus, Spannung prüfen
Sicherung im Sicherungskasten ausschalten – im Idealfall die Hauptsicherung für die ganze Wohnung, mindestens aber den Stromkreis, zu dem diese Steckdose gehört. Wer nicht weiß, welche Sicherung das ist: alle ausschalten oder zur Sicherheit FI-Schalter komplett aus.
Dann mit einem zweipoligen Spannungsprüfer in beide Kontakte fassen. Kein einfacher „Phasenprüfer-Schraubenzieher" – die sind ungenau und bei modernen Installationen unzuverlässig. Erst wenn der zweipolige Prüfer keinen Strom mehr anzeigt, geht es weiter.
Schritt 2 – Abdeckung ab, Lage prüfen
Den Rahmen der Steckdose abnehmen (meist einfach abziehen oder in den Klick-Punkten lösen). Dann die zentrale Befestigungsschraube der Steckdose lösen – manchmal sind es zwei Schrauben links und rechts.
Jetzt sieht man, wie die Steckdose in der Dose sitzt. Vier mögliche Befunde:
- Krallen sind verbogen oder ganz draußen
- Schrauben haben sich gelöst
- Die Unterputzdose selbst sitzt locker im Mauerwerk
- Bei Hohlraumdosen: Klemmflügel sind kaputt oder der Putz hinter der Dose bröselt
Schritt 3 – Fixieren je nach Befund
Je nach Ursache anders reagieren:
- Verbogene Krallen: mit dem Schraubenzieher gerade biegen, gleichzeitig die Krallen-Schraube anziehen, damit die Krallen wieder gegen die Dose drücken
- Lockere Befestigungsschrauben: einfach festziehen, aber nicht überdrehen – sonst springt das Plastik der Dose auf
- Lockere Unterputzdose im Mauerwerk: Steckdose komplett raus, Dose mit etwas Reparaturgips oder Schnellzement wieder eingipsen, 30 Minuten warten, dann Steckdose wieder rein
- Hohlraumdose mit kaputten Klemmen: Hohlraumdose komplett tauschen oder mit zusätzlichen Schrauben durch die Dosenwand in einen dahinter liegenden Holzbalken schrauben (wenn vorhanden)
Profi-Trick bei stark ausgeleierten Dosen: Es gibt im Baumarkt sogenannte Reparaturringe oder Adapter-Hülsen – kleine Plastikringe, die in eine zu große Dose eingesetzt werden und der Steckdose wieder Halt geben. Etwa 1 bis 2 Euro, spart das Eingipsen.
Schritt 4 – Test
Steckdose wieder reinsetzen, festschrauben, Rahmen aufstecken. Erst dann die Sicherung wieder einschalten. Mit dem Spannungsprüfer kurz prüfen, ob alles spannungsführend ist. Stecker rein, Gerät anschalten – das war es.
Letzter Test: am Rahmen der Steckdose ziehen und auf Festigkeit prüfen. Sitzt sie wieder bombenfest, war der Job sauber.
Wann doch zum Elektriker: Wenn die Kabel angesengt sind oder die Anschlüsse verbrannt aussehen, Finger weg. Das ist kein DIY-Fall mehr, sondern ein Hinweis auf Überlastung oder schlechte Kontakte – das gehört in Profi-Hände.
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