
Mit der falschen Drehzahl wird der Bohrer schnell stumpf, das Werkstück ungenau und im Extremfall reißt der Bohrer ab. Die richtige Drehzahl hängt von zwei Werten ab: Bohrer-Durchmesser und Schnittgeschwindigkeit (vc), die wiederum vom Material bestimmt wird.
n = vc × 1000 / (π × d)
Schnittgeschwindigkeiten – Übersicht (HSS-Bohrer)
- Aluminium – ca. 80 m/min
- Kupfer / Messing – ca. 60 m/min
- Stahl S235 / St37 (weich) – ca. 28 m/min
- Stahl C45 (mittel) – ca. 22 m/min
- Edelstahl V2A / V4A – ca. 12 m/min – LANGSAM bohren!
- Grauguss – ca. 18 m/min
- Kunststoff – ca. 60 m/min
- Holz (Spiralbohrer) – ca. 90 m/min
Mit Hartmetall (HM) dürfen die Drehzahlen ungefähr 3-fach höher sein.
Praxis: typische Drehzahlen pro Bohrer-Größe
Eine grobe Faustregel: je größer der Durchmesser, desto langsamer bohren.
- Ø 3 mm Stahl: ca. 2.800 1/min
- Ø 6 mm Stahl: ca. 1.500 1/min
- Ø 10 mm Stahl: ca. 900 1/min
- Ø 16 mm Stahl: ca. 550 1/min
- Ø 20 mm Stahl: ca. 450 1/min
Für Edelstahl die Werte etwa halbieren, für Aluminium verdoppeln.
Wichtig: Beim Drehen auf der Drehbank gilt dieselbe Formel – nur dass d dann der Werkstück-Durchmesser ist (nicht der Werkzeug-Durchmesser). Bei großen Werkstücken auf entsprechend niedrige Drehzahl wechseln, sonst flackert das Werkzeug raus.
Achtung: Beim Bohren von Stahl ab Ø 6 mm immer mit Schneidöl oder Bohrpaste arbeiten. Trockenbohren in Stahl macht den Bohrer in 2–3 Löchern unbrauchbar.
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